Geschichte des Sports

Was heisst Taekwondo?

Die wörtliche Übersetzung aus dem Koreanischen heisst:

  1. TAE Stossen,springen oder mit dem Fuss zerschmettern
  2. Kwon Faust,mit der Faust schlagen oder zerstören
  3. DO Der Weg, die Lehre, die Methode


Zusammengefasst weisst Taekwondo demnach auf eine Technik der unbewaffneten Selbstverteidigung hin.
Darunter versteht man das geschickte Ausweichen, Abfangen eines Angriffs mit Händen und Füssen sowie den Konter, der zur schnellen Ausschaltung des Gegners führt.
Ein Sport im Geist globaler Harmonie

Ein Sport für Erziehung und Kultur

Ein Sport für physische und moralische Qualitäten

Selbstvertrauen ist die Voraussetzung für Bescheidenheit und Toleranz, zwei erklärte Ziele des Taekwondo.


"Der wirkliche Sieger ist , wer sich selber besiegen kann. Wer über sich selber siegt, kann über seinen Gegner siegen."

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Bestandteile und Charme

Weltweit praktizieren heute ca. 40 Millionen Menschen Taekwondo

Unsere Kampfkunst bietet durch seine breite technische Palette jedem etwas.
Neben Taekwondo Athleten trainiert eine grosse Mehrheit der Menschen von 7 bis 77 Jahren die Kunst des Taekwondo. Durch seine alte Geschichte bietet Taekwondo eine sehr schöne und reiche Tradition. Erzieherische Werte stehen im Mittelpunkt.

Aufrichtiges und diszipliniertes Verhalten sind Bestandteile des Taekwondo - Trainings.
Durch den traditionellen Gruss trainiert der Schüler Höflichkeit, Respekt und Bescheidenheit. Das Erlernen des Zweikampfes fördert Mut aber auch Grosszügigkeit gegenüber schwächeren Menschen. Ältere Schüler geben ihr Wissen an jüngere Schüler weiter und übernehmen so Verantwortung innerhalb des Dojangs ( Taekwondo Schule). All diese Rituale und ungeschriebenen Gesetze prägen natürlich auch unser Wettkampfsystem:

Der Wettkampf:
Ein erfahrener Taekwondoin ( Ausübender des Taekwondo) Wettkämpfer wird nie einen schwächeren Gegner niederschlagen oder demütigen. Man wird auch nur selten Taekwondoins nach einem Sieg jubeln oder schreien sehen, der Athlet übt Selbstkontrolle und tröstet seinen Gegner. Der Sieger verhält sich nicht arrogant und der Verlierer zeigt Würde. Beide wissen, dass Sieg und Niederlage sehr nah zusammen sind.

Schiedsrichter Entscheide werden nur selten in Frage gestellt, die Ursachen für Sieg und Niederlage werden bei sich gesucht.

All dies und vieles mehr bildet den besonderen Charme von Taekwondo. Aus dieser Sicht ist es nur logisch, dass Taekwondo mit seiner besonderen Philosophie seinen Platz in der grossen olympischen Familie gefunden hat.

Nuno Dâmaso

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Geschichte des Taekwondo

Das Königreich Koguryo wurde vom König Tong-Myong-Son-Gwan um 37 v. Chr. südlich der Mandschurei gegründet.
Gefundene Grabgemälde aus dieser Zeit zeigen beispielsweise zwei Kämpfer , die sich in der typischen Taekwond-Stellung gegenüber stehen sowie einzelne Männer beim Ausführen von Taekwondo-Techniken, die auch heute noch gebräuchlich sind. Diese Bilder dokumentieren die Beliebtheit und Popularität dieser Kampfkunst in jener Zeit. Die Häufigkeit dieser Motive auf Gräbern lässt daraus schliessen, dass Taekwondo, lange bevor die Gräber bemalt wurden, in Koguryo stark verbreitet gewesen muss.

Das Königreich Silla entstand bereits 20 Jahre früher als Koguryo und bestand trotz Anfeindungen seiner Nachbarn 992 Jahre. Nicht zuletzt war es den Hwarang von Silla, jungen Rittern die für den Krieg ausgebildet wurden, zu verdanken. dass Silla so lang Bestand hatte. Die Ritter des Hwarang rekrutierte Silla aus Söhnen nahmhafter Untertanen. Sie wurden auf ihre Persönlichkeit und Unbescholtenheit hin geprüft und ausgewählt. Dann wurden sie verschiedenen Tests unterworfen, von denen eine davon Subak war, eines der Vorläufer des Taekwondo. Die Krieger aus Silla übten viele Sportarten, wie Bogenschiessen, Reiten, Jagen, Wandern und Taekwondo.

Andere Beweise für die Existenz und Ausübung des Taekwondo in der Silla-Dynastie sind verschiedene Skulpturen in buddistischen Schreinen und Tempeln aus jener Zeit, in denen die Hwarango- Ritter in verschiedenen Kampfszenen zu sehen sind. Schriftliche Dokumente weisen ebenfalls auf das Vorhandensein von Taekwondo hin, damals aber unter den verschiedensten Bezeichnungen bekannt wie:

Subyokta

Kwonbaek

Byon

Taekyon

Zahlreicher und genauer sind die Unterlagen aus dem 18 n. Chr. gegründeten Königreich Baekje, das 642 Jahre bestand. Ihnen ist zu entnehmen, dass verschiedene Könige und Baekje die Kampfkünste wie Reiten, Bogenschiessen und Taekwondo förderten. Ausserdem berichten sie, dass vor allem Soldaten und Ritter die Kampfkünste wie Taekwondo übten und pflegten. Unter anderem nannte man Taekwondo damals Subyokta.

Um das Jahr 918 entstand das Königreich Koryo, dessen Name noch in unserer Bezeichnung " Korea" erhalten ist.

Es bestand hauptsächlich aus dem Zusammenschluss der beiden Königreiche Silla und Baekje, wobei Silla dominierte. Das eigentliche Koryo aber war das unter der Kontrolle beider Reiche stehende Kungye. Es ist historisch belegt, dass Taekwondo dort unter dem Namen Subakhi von der Bevölkerung als Nationalsport betrieben wurde.

Nach dem Zusammenschluss der vier Königreiche Koguryo, Silla, Baekje und Koryo begann man in Korea Taekwondo zu systematisieren. Im Jahr 1790, in der Yi-Dynastie wurde ein illustriertes Buch über verschiedene Kriegskünste herausgegeben. Unter verschiedenen Waffenkampfsystemen wurde auch Taekwondo ausführlich behandelt.
Aus dieser Zeit gibt es einen historischen Bericht, dass bei der Invasion der Japaner 700 Patrioten mit blossen Händen gegen Eindringlinge kämpften. Es heisst, dass diese Patrioten alle Taekwondo Kämpfer gewesen seien. Wenn ein Grenzkonflikt zwischen den Provinzen ausbrach, wurde er durch eine Konfrontation mit Taekwondo beendet.

Wie auch immer, in den späteren Jahren der Yi-Dynastie verlor Taekwondo an Bedeutung und wurde durch Kunst, Wissenschaften und Politik verdrängt. So vegetierte dieser Kampfsport, nur von wenigen Gruppen und Personen aufrechtgehalten, bis nach der Befreiung von den Japanern in unserem Jahrhundert dahin.

Nach dem zweiten Weltkrieg begannen sich verschiedene Gruppen zu organisieren. Die Vielzahl der bestehenden Schulen erschwerte zunächst das Finden einer gemeinsamen Linie. Am Ende jedoch setzte sich die grösste und bedeutendste von ihnen, Jidokwan durch. Um einen gemeinsamen Weg zu gehen , schufen höchste Dan- und Würdeträger des Taekwondo ein modernes, der Zeit angepasstes System, dass bis heute von der WTF (World Taaekwondo Federation) anerkannt und propagiert wird.

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Taekwondo in der Schweiz

Die erste Schule wurde in der Schweiz am 8. Mai 1974 eröffnet:
Die Grundsteine dazu wurden aber bereits Ende der 60 er Jahre im fernen Osten, in der Stadt Bangkok, gelegt.
Dort besuchte ein Schweizer Sportler die Taekwondo Schule des YMCA, dem christlichen Verein junger Männern, wo ein Grossmeister mit dem Namen: Myung Soo Kim Taekwondo unterrichtete.
Begeistert vom Besuch im Dojang von Herrn Kim, bat der Jüngling in der Schule eintreten zu dürfen. Eine Meister- Schüler Verbindung entstand die später die Entwicklung des Taekwondo in der Schweiz ganz massgebend prägte.

Während vielen Jahren bildete Meister Kim den Schweizer Taekwondoin nach allen Regeln der Kunst aus.
Er forderte viel. Jahrelang bis zu 8 Trainingseinheiten pro Woche und zusätzlich unabdinglich auch "Hausaufgaben" während der sonntäglichen Ruhepause. Dann entliess er ihn im April 1974 mit Anweisungen und Auftrag, in der Schweiz eine Taekwondo Schule zu eröffnen.

So entstand im Mai 1974 die erste Taekwondo- Schule der Schweiz im Seelanddorf Port bei Biel. Meister Kim besuchte ein Jahr später die Schweiz und zum ersten Male kamen Schweizer Sportler in Genuss eines Seminares, durchgeführt von einem offiziellen Delegierten der WTF ( World Taekwondo Federation).

Im Herbst 1976 wurde die Sektion Taekwondo Schweiz gegründet und zum ersten Präsidenten wurde René Bundeli (Bild) ernannt.
Dieser beantragte noch im gleichen Jahr die Aufnahme des Taekwondo als autonome Sektion in den Schweizerischen Judoverband.
1977 wurde die Schweiz als nationaler Verband in die WTF aufgenommen.
1978 erhielt Grossmeister Kim ein Aufenthaltsvisum für die Schweiz und nahm Wohnsitz in Bern. Unter seiner kundigen Leitung entwickelte sich Taekwondo rasch und gut.

1979 führte Herr Kim zum ersten Mal ein Schweizer Delegation an die Taekwondo Weltmeisterschaft , die in Sindelfingen (D) stattfand.
Seit 1979 nahmen Schweizer Wettkämpfer an vielen grossen Turnieren in allen Welt- und Europameisterschaften teil. Oftmals mit sehr gutem Erfolg. 1982 führte Meister Kim das erste Seminar für Taekwondo- Instruktoren durch.

Schweizer Sportler erkämpften sich mehrmals erste Plätze an europäischen Grossturnieren und zweimal Bronzemedaillen an Europameisterschaften. Der bisher erfolgreichste Schweizer Athlet, der Bieler Nuno Dâmaso, gewann einmal Bronze an den Europameisterschaften, wurde Vizeeuropameister in Ankara und krönte seine Karriere mit einer Bronzemedaille an den Weltmeisterschaften in Barcelona.

Im Damen Lager erkämpfte sich Christiana Bach 1998 in Eindhoven eine Silbermedaille an den Europameisterschaften und im folgenden Jahr an den Weltmeisterschaften in Edmonton die Bronzemedaille. Sie ist bis heute die erfolgreichste Taekwondo- Kämpferin der Schweiz.
Ein weiterer Erfolg wurde verzeichnet, indem Taekwondo 1999 in den schweizerischen Olympischen Verband integriert wurde.
Die Tatsache, dass Taekwondo erstmals im Jahre 2000 als neue Disziplin an den Olypischen Spielen in Sidney teilnahm, zeugte von der steigenden Popularität und Beliebtheit dieser Sportart mit sowohl athletischen als auch pädagogischem Charakter.
Nebst Judo war Taekwondo die zweite asiatische Kampfsportart unter den olympischen Ringen!

Paralell mit dem Aufbau der Wettkämpfer sorgten die Leiter des Schweizerischen Taekwondo dafür, dass sich Taekwondo gemäss Tradition unter den Richtlinien der WTF entsprechend entwickelte.
In Kopenhagen wurde an der Weltmeisterschaft erstmals ein Schweizer als Kampfleiter in den Finalgängen eingesetzt.
Weltweit sind die Schweizer Taekwondoin als kompetente Mitglieder der Taekwondofamilie anerkannt und werden für ihr Wissen , Können und Verhalten auch von Leadern des Welt- Taekwondo akzeptiert und respektiert. Aufgrund der sehr guten Beziehungen zur WTF war es auch möglich, dass Schweizer Sportler nach Korea zur Ausbildung reisen konnten.
Das wichtigste Anliegen aber war und ist auch heute, dass die Vision erfüllt werden konnte, dass in der Schweiz das Hauptgewicht nicht nur im Bereich Wettkampf stattfindet. Ein Schweizer Taekwondoin soll auch traditionelle Werte des Mudo, der Kampfkunst, kennen und leben lernen.
Er soll dadurch seine Persönlichkeit bilden können und sich der Fähigkeit zu überlegtem und richtigem Handeln im Alltag erwerben.

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Das Gurtsystem (Jedo)

Weiss ist der erste Gurt der Taekwondoins. Diese Farbe symbolisiert die Reinheit, Unerfahrenheit; wie ein unbeschriebenes Blatt, welches mit Informationen der jeweils eigenen Entwicklung gefüllt wird.

Gelb stellt die Farbe der Erde dar.Trägt ein Taekwondo Schüler diesen Gurt, symbolisiert es den Nährboden für alles weitere, was darauf "wachsen" kann.

Träger des blauen Gurtes zählen zu den Fortgeschrittenen unter den Schülern. Diese Farbe symbolisiert das Blau des Himmels; hier ist die Pflanze der Entwicklung schon hoch gegen den Himmel gewachsen...

Rot, diese Farbe signalisiert :Achtung! Ein Taekwondoin, der diese Gurtfarbe trägt, soll so an die (bevorstehende) Dan Prüfung erinnert werden, auf die er sich vorbereiten und konzentrieren soll.

Schwarz ist die Farbe der Dan Grade. Symbolisch sind hier alle Farben enthalten. Träger dieses Gurtes zeichnen sich durch geistig und technisch erlangte Reife aus.

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Dangrade

Dangrade vom 1. bis zum 3. Dan:

Die einzelnen Grade des Danträgers stellen die Leistungsstufe dar. Deshalb werden sie auch Leistungs- Dan genannt. Während dieser Stufen wird das Augenmerk auf die technische Perfektion gerichtet.

Dangrade ab dem 4. Dan:

Dies stellen die Lehrergrade dar. Mit diesen Stufen sollte der Taekwondoin versuchen, sein Wissen und seine Erfahrungen an die Schüler weiter zu geben.

Allgemein ist mit dem Gurtsystem aber nicht gemeint, dass der jeweilige Träger eines Gurtes eine Art Rangabzeichen besitzt. Der Gurt steht für die Stufen des Denkens und Handelns/ der Entwicklung, die ein Schüler durchlebt.

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